Pädagogik

Hinweise, Tipps und Tricks

Üben

Fehler sind entscheidende Elemente des Lernens und nicht Pannen. Sie sind lediglich Informationsquelle für das, was wir noch genauer erarbeiten wollen.

Fehler können durch Unachtsamkeit auch eingeübt werden, wenn man quantitativ schwierige Stellen dutzende Male wiederholt.

Genauso kann auch die Angst vor einer schwierigen Stelle konditioniert werden.

In einer Phase der Erarbeitung eines Werkes die noch nicht konzertreif ist, sollte beim Durchspiel das Tempo bei schwierigen Passagen entsprechend dem technischen Vermögen angepasst werden bzw. vor einer schwierigen Stelle das Tempo bewusst verlangsamt werden, ungeachtet der interpretatorischen Vorstellung.

Die Umgebung einer schwierigen Stelle ist oft ebenso entscheidend wie die Schwierigkeit selbst. Vor der Stelle ist eine zu hohe-, nach der Stelle eine zu niedrige Spannung möglich.

Gut erarbeitete Teile klanglich und ausdrucksmässig bewusst als Vorbilder benützen.

Beim üben auch immer wieder mit Ausdruck spielen/singen, wie wenn ein Publikum anwesend wäre.

Teilziele anerkennen und kurzfristige und langfristige Lösungen für technische Probleme erarbeiten und mit Plan dokumentieren.

Wenn über längere Zeit langsam geübt wird, immer zwischendurch auch schnell spielen.

Die interessantesten 185 Übrezepte für Instrumentalisten finden sich im Buch:
"Einfach üben" von Gerhard Mantel (Schott, ISBN 3-7957-8724-6).
Ein Muss für jeden, der Musik nicht nur spielt, sondern üben will.

Hinweise zum Unterricht

Immer versuchen eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
Jede Gelegenheit wahrnehmen, die eine Lockerung erzeugt.

Die Schülerin und der Schüler sollen mit der Zeit bereits vor der Lektion eine Vorstellung davon haben, was gut erarbeitet wurde und was noch entwickelt werden muss. Die Schüler werden auf ihrer aktuellen Stufe mehr und mehr zu ihren eigenen Lehrern.

Die Lektion zeitlich und thematisch gliedern und Prioritäten setzen, nicht zu lange in Details verweilen, ganz besonders bei 1/2 Lektionen.
Am Ende einer Lektion soll Zeit vorhanden sein, um gemeinsam die bevorstehende Woche zu besprechen. Am besten formuliert die Schülerin selbst ihre Übpläne und die Arbeitsweise.