Pädagogik

Stärken - Schwächen, Chancen - Risiken, Ziele

Stärken:

Musik gehört zum Menschensein, sie ist tiefer seelischer Ausdruck innerhalb einer Kultur aber auch unpolarisierende Form des interkulturellen Austausches, den man mit entsprechenden nicht direktiven, selbstinitiierten Lernmethoden vermitteln sollte. Jugend braucht Musik, weil sie Kraft spendet, zur Bewältigung der Gefühlsstürme, als Quelle der Freude, als Ausdruck der Lebensgestaltung, aber auch als Abgrenzung und Schutzwall. Musik ist viel mehr als Luxus, sie ist eine Bereicherung und nonverbale Kommunikation, um uns selbst und andere zu finden und zu verstehen. Musik ist Sprache, die nicht übersetzt werden muss, sie verbindet die Menschen über alle Grenzen und Länder hinweg. Jeder singende und spielende Mensch ist Schöpfer von Kultur und kann sie an und in sich selbst erleben. Musik ist voll Sinnlichkeit und Sinn und nicht wegzudenken auf einem Weg zu einem sinnerfüllten Leben. Den Approach soll der Schüler selbst initiieren, indem er kommuniziert was ihn an welcher Musik berührt und wie er sich dabei fühlt. Dazu braucht es die entsprechenden nicht direktiven Lernangebote, die die Erfahrung der Sinnhaftigkeit und der Ästethik jeder Musikgattung - nicht nur der klassischen Musik - auch wirklich vermitteln können.

Schwächen:

Die Schwächen selbstinitiierten Lernens sind durch das heutige Schulsystem vorbestimmt. Sobald Kinder von aussen diktierte direktive Lernformen annehmen müssen, wird die Selbstinitiative eingeschränkt.
Gratwanderungen zwischen Rumspielen und einem Ziel haben muss besondere Aufmerksamkeit gegeben werden. Spielerisches eigenständiges Erlernen ja, aber Leistung und Disziplin sind auch hier Grundlage für erfolgreiches Lernen.
Der Schüler, die Schülerin ist in der heutigen Schule mehr und mehr Konsument anstatt Leistungserbringer.
Weil die Lerninhalte grossenteils nicht den Interessen der SchülerInnen entsprechen, werden die Bildungsinstitute immer mehr zu eben diesen Dienstleistungserbringer!
Gute Lehrer in unserem heutigen Schulsystem sind Pädagogen, die mit ausgeklügelten Methoden die Schülerschaft aufwecken, interessieren und am Ball halten. In einem visionären Lernzentrum sind Coaches Motivatoren für eigenständiges Lernen.
Lehrpläne - auch die für Musik - sind unflexibel und nicht im Kontext mit dem zu Erlernenden und ohne Konsens zwischen Lehrer und Schüler entstanden.

Chancen:

Umfassende Musikalische Bildung entwickelt den ganzen Menschen, lässt in ihm Fähigkeiten reifen, die in keinem anderen Fachgebiet in diesem Unfang anzutreffen sind. Es sind dies Kompetenzen, die massgeblich in verantwortungsvollen Berufen bzw. Stellungen gefordert werden. Musizieren ist auch lebenslanges Lernen.

Risiken:

Fehlende Kompetenz und Ausbildungsmöglichkeit für die Lehrer und zukünftigen Lehrer für eine dialogisch-begleitende Unterrichtsform.
Der Lernende ist nicht gewillt, neben den herkömmlichen Unterichtsformen, sich auf neue Methoden einzulassen. Der heutige Schüler - vor allem auf der Oberstufe und der Mittelschulstufe - will aus Ermangelung an persönlichem Interesse am Stoff oft einfach wissen, was er mit den Inputs machen muss, um mit geringsten möglichen Aufwand genügende Noten zu erhalten (Mainstreamschüler und Mainstreamschule!).

Ziele:

Eine umfassende musikalische Bildung unserer Jugend auf allen Stufen der Ausbildung. Hauptmerkmal ist das Miteinander und nicht der Wettbewerb. Das Zusammenspiel und das zusammen Lernen ist das Fundament einer neuen Bildungsphilosophie in der jedes Kind ein ausgewogenes kulturelles "Spielfeld" vorfindet. Heutige Bildungspolitik strebt sogar Standardtests an mit dem Ziel, dass die Kinder schon in naher Zukunft in nach Intelligenzstufen differenzierte Unterrichtsgruppen eingliedert werden. Es wird viele Verlierer und wenige Gewinner geben (es wird noch mehr Menschen einer Klasse geben, die lebenslänglich für andere arbeiten und weniger sogenannte intelligente Menschen der oberen Gesellschaftsschicht geben). Grundlage dieser Trends ist die überholte Ansicht von Pädagogen, Qualität sei nur durch Tests und rigorosen Kontrollen zu verbessern.

Zielpublikum: Meinungs- und Entscheidungsträger

Meinungsträger:

Musiklehrer und Instrumentallehrer aller Stufen
Eltern von musizierenden Kindern
Dozenten der Musikhochschulen und Konservatorien
Hochschuldozenten der Fakultäten: Pädagogik, Psychologie, Soziologie

Entscheidungsträger:

Kantonale Bildungspolitiker
LeiterInnen von privaten Musikinstitutionen