Chanting

Schwingung, Oktave und Chanting

Schwingung/Frequenz ist die Anzahl der Wiederholungen eines periodischen Phänomens innerhalb eines Zeitintervalls. Hertz (Hz) bedeutet Schwingung pro Sekunde. Die Sekunde entspricht dem 86’400sten Teil eines Tages bzw. einer Erdumdrehung ( 24Std x 60 Min x 60 Sek).

Die Oktave ist die achte Stufe einer Tonleiter. Die Oktave wird mit demselben Buchstaben bezeichnet wie der Ausgangston und ist die einfachste Proportion 1:2 einer Saitenteilung (z.B. einer Gitarrensaite). Die Oktave ist der erste Oberton einer Reihe harmonischer Obertöne, die als ganzzahlige Brüche dargestellt werden können ( 1:2, 2:3, 3:4, 4.5 usw.). Aus diesen Obertönen sind letztlich auch die verschiedenen Tonsysteme der Kulturen entstanden. Die Proportionen werden je nach Kultur verschieden akzentuiert, aber die Oktave ist immer zentral. Die Oktave ist durch ihre 1:2 Schwingung in ihrer Essenz immer noch derselbe Ton wie der Ausgangston. In einer singenden Familie singt die Mutter in einer mittleren Oktavlage, die Kinder in der Oktave darüber und der Vater in der Oktave darunter in höchstmöglicher Harmonie der Schwingungen.

Durch das Gesetz der Oktave lässt sich auch leicht die Rotation eines Himmelkörpers wie z.B. der der Erde hörbar machen in dem man folgende Berechnung anstellt:

Zeit und Frequenz verhalten sich umgekehrt proportional zueinander, es gilt:

und

Will man von einer astronomischen Periode die Frequenz in Hertz (Schwingung pro Sekunde) errechnen, so muss man zuerst die Zeitdauer in Sekunden umrechnen und dann den Kehrwert bilden. Der Kehrwert eines Erdentages von 86’400 Sekunden ist 0.000 011 574 074... Hz. Diese Frequenz ist natürlich weit unter dem hörbaren Bereich des menschlichen Ohres, der etwa mit 16 Hz beginnt. Nun multipliziert man den Kehrwert der Erde solange mit 2, bis man in den hörbaren Bereich gelangt. 25 x oktaviert, gelangen wir auf die Frequenz 388.361 481... Hz, was dem Ton g’ entspricht, der im klassischen Violinschlüssel angezeigt wird.

Chanting ist eine Art, sich durch Vokalsingen in die Harmonie der inneren und äusseren Sphären einzustimmen. Die Schwingung der Erde resoniert mit dem Wurzel-Chakra in der Region des Steissbeines und repräsentiert Geborgenheit, Mutter Erde – die Basis unseres Lebens. Durch das Lenken des Bewusstseins, das Platzieren des Atems und das Singen bestimmter Vokale in bestimmten Frequenzen erwacht der Mensch mehr und mehr in die ganzheitliche Wahrnehmung seiner Existenz.



Das Gesetz der Oktave, der „7“ oder der Transformation

Dominique Starck/Beate Biank

Im Do der Oktave liegt die Kraft der Intuition und der Absicht. Der Weg vom Do in sieben Stufen bis zum Ziel, dem hohen Do, ist ein visualisierter, in der Absicht beschlossener Prozess oder Verwandlung in eine höhere geistige Schwingung (= Frequenz des ersten Do x 2). Erdung, Stabilität und Lebenswille sind wichtige Eigenschaften auf der Stufe des ersten Do.

Im Re liegt die Kraft von Struktur, Puls und Rhythmus. Jede noch so lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Einen Schritt im Bitten, einen nächsten im Danken. Bitten und Danken entsprechen sich wie Raum und Zeit. Kreativität und Selbstvertrauen erwachen, und sensibilisierte Wahrnehmungsfähigkeit für den nächsten Schritt.

Im Mi liegt die Kraft des Gleichgewichtes, eine gesunde Mischung von Emotion und Selbstkontrolle – Wer bin ich? Was macht mich aus? In der energetischen Dur-Tonleiter fehlt an dieser Stelle ein Halbton und verlangsamt die Schwingungsentwicklung. Um diesen „Gap“ zu überwinden, braucht es Bewusstsein für die zielgerichtete Transformation (hohes Do). Ohne dieses Bewusstsein weicht die Entwicklung von der ursprünglichen Absicht ab (Ermüdung, Kompromisse, usw. sind die Folge). Die ursprüngliche Absicht wird ganz besonders erinnert. Hier liegt eine Verantwortung verborgen für den geübten Verwandler und er erinnert klar die ursprüngliche Absicht.

Fa ist die Mitte der Oktave. Fa ist bereits transformierte Energie, weder positiv noch negativ. Energie fliesst nie nur in eine Richtung. Die Zukunft ist spürbar weil sie im Do visualisiert wurde. Fa ist Herzenskraft, die in jede Richtung strahlt. Im Herzen geschieht das Wunder des unmittelbaren Verstehens. Sogar Berge hören und verstehen die Musik, denn sie sind zu Stein gewordener Klang. Unter ihrem unvorstellbaren Gewicht bildet sich der Diamant, die vollkommene Geometrie, der vollkommene Klang. Hören ist die Kunst des Gebens.

So ist die höchste Spannung (Dominante) in der Oktave. Die Verwandlung tritt nun auch ins Aussen. Während sich die stärkste Energie der Oktave manifestiert, wird sie zugleich rückgebunden. Ein Spannungsbogen schwingt zwischen Geist und Materie, Höherem Selbst und Persönlichkeit. Die Inspiration kommt von ausserhalb des Zeit-Raum-Gefüges, wo das neue Do schon längst klingt, die Idee bereits Wirklichkeit ist.

La, das innere Licht des Wanderers verbindet sich mit den funkelnden Sternen auf den Wellen des Sees. Alle physische Form wird als Vibration des grenzenlosen Seins wahrgenommen. All das alltäglich Leblose verliert sich in der Weite des La. Gebundene oder blockierte Energien werden neu zugeordnet oder kompostiert.

Ti ist die letzte Stufe der Verwandlung vor dem Eingehen in eine neue Oktave, einer neuen Bewusstseinsebene. Hier findet eine zweite Verlangsamung der Schwingungsentwicklung statt (fehlender Halbton), die durch die Anziehung des kommenden, hohen Do überwunden wird. Ti ist ein Ruhepunkt wie eine Pause vor dem Neubeginn. Die Verbindung zum Selbst wird durch Verwandlung immer neu geknüpft. Licht und Klang lassen all die Formen entstehen und die Zeit entfaltet sich entsprechend unseres Seins. Wir selbst sind das Musikinstrument, durch dessen Schwingungseigenschaften die Energiemuster entstehen, die uns zu dem machen was wir sind. Nach und nach stimmen wir uns ein in die universelle Symphonie als ein einmaliges und unersetzliches Individuum.


Das, womit wir uns beschäftigen, wächst in uns (Buddha)